Can Verdura - Flüssiges Inselporträt

Wenn er auf klassische Inselsorten zurückgreift, dann auch, weil er „ein bisschen die Nase voll hatte von immer demselben Chardonnay.“ Für seine beiden Spitzenweine findet er ähnlich kraftvolles Vokabular. Man könnte Tomeu Llabés als eine rustikale Variante des New-Wave-Autoren-Winzers bezeichnen, und als genau jene Art von Sturschädel, die in einem so langfristig angelegten Business, wie dem des Weines, gute Erfolgsaussichten hat. Seine kleine und noch sehr junge Bodega Can Verdura in Binissalem setzt seit der Gründung 2012, vor allem auf Weine mit nur einer Traubensorte, natürlich stets einer autochthonen. Und was da im Glas schwappt, soll – so das Ziel der Kreation – das „maximale Mallorca-Erlebnis“ wiedergeben.

 Er illustriert das an den Unterschieden zwischen seinem bewusst knallig gestalteten „Supernova“ und dem komplexeren „L’Origen“ (Deutsch: Ursprung). Supernova sei „ ein wenig explosiv, direkt und funky“, ein Wein, dessen Aroma sofort mit dem Gaumen kommuniziere. Wenn Llabrés hingegen über „L’Origen“ spricht, gerät das zu einem Psychogramm der Insulanerseele. „Dieser Wein ist genauso merkwürdig wie wir Mallorquiner“, sagt er. „Zu Beginn schüchtern und zurückhaltend, ja sogar verschlossen. Aber nach und nach öffnet er sich, genauso wie der Mallorquiner, der, wenn er nach einiger Zeit mal Vertrauen gefasst hat, sein Haus für dich öffnen wird.“